ManoConcept
Alles beginnt mit einer Kultur, die wächst. In ihrem Atelier in Dunaharaszti, Ungarn, lässt Marietta Mészáros, genannt Manó, Kombucha so lange fermentieren, bis ein SCOBY entsteht, jene Haut, die sie anschließend trocknet und als eigenständiges Material bearbeitet. Als frühere Sous-Chefin in zwei angesehenen Restaurants in Bristol im Vereinigten Königreich, wo sie vegetarisch und vegan kochte und bereits ihren eigenen Kombucha ansetzte, ist ihr der Sinn für langsame, lebendige Prozesse geblieben. Jedes Stück entsteht aus zurückgewonnenen Materialien: hochgewertetem Glas alter Weinflaschen, etwas Messing und diesem Kombucha-Biomaterial, das den Hintergrund für getrocknete Blüten oder Löwenzahnsamen bildet, unter Glas gefasst, wie schwebend. Die Anhänger hängen an Strängen aus böhmischen Glasperlen, gefädelt zu 45 cm langen Ketten, die das Licht bei jeder Bewegung einfangen: schwarz und facettiert bei manchen Stücken, in warmen Cappuccino-Tönen bei anderen. Nichts wiederholt sich: Die natürlichen Abweichungen von SCOBY, Glas und Blüten sorgen dafür, dass keine zwei Stücke einander gleichen. Marietta arbeitet von Hand, auf Bestellung, und gibt jedem Schritt die Zeit, die er braucht, mitunter bis zu einem Monat. Ihre Arbeit nennt sie Contemporary BioArt, eine Art, das Weggeworfene in etwas zu verwandeln, das man behält.
